Feng Shui und das kollektive Unterbewusste

cedar-mountainIm klassischen Feng Shui des alten China kann man u.a. anhand der Form der Berge vorhersagen, wie es den Nachfahren der Bewohner ergehen wird. So ist ein mögliches Erkennungszeichen der für Armut verdächtigen Berge, dass ihr Aussehen dem eines Bettlerkorbes entspricht. Das Symbol für den Stand der Bettler im alten China war der Bettlerkorb. Wir vertrauen den als Empirikern bekannten alten Chinesen hinsichtlich des Ergebnisses.

Ein Problem bei dieser Betrachtungsweise ist, dass der Berg selbst mit einiger Sicherheit nicht wusste wie eine chinesische Bettlerschale aussieht, da sich seine Form einige tausend oder hunderttausend Jahre lang herausgebildet hatte, bevor in China überhaupt Bettlerkörbe auftauchten. Auch kann man nicht davon ausgehen, dass der Berg, selbst wenn er das Symbol des Bettlerkorbes kennen würde (was die Beseeltheit des Berges voraussetzt, welche die alten Chinesen tatsächlich beschreiben), sich die Mühe gemacht hätte eben diese Form anzunehmen, damit die universelle Analogie der Feng Shui Meister passt.

Qi als Vermittler zwischen Erde und kollektivem Unterbewusstsein

Damit für den Fall des Bettlerkorbes tatsächlich eine Entsprechung zwischen dem menschlichen Symbol und der Form des Berges stattfinden kann, bräuchte es neben der Beseeltheit und der Kraft des Berges (seinem eigenem Qi welches er erst leitet und dann abgibt) ein zweites gestaltendes Wesen. Dieses zweite gestaltende Wesen nehme ich als das sog. „kollektive Unterbewusste“ nach C.G. Jung an. Ich bezeichne es als Wesen, da ich es analog zum Berg-Qi als eigens beseelt annehme.

escher_day-and-night-1938-1024x611Das Wesen des Berges und das Wesen des Symbols werden über das Qi vermittelt. Aus dieser Annahme ergibt sich, dass Qi nicht lediglich Informationen wie Temperatur, Feuchte, Dichte etc. vermittelt, sondern ebenso geistige Informationen oder Gefühle.

Das kollektiven Unterbewusste und der Bezugsrahmen

Einen Bettlerstand wie im alten China gibt es hierzulande nicht mehr. Es gibt aber tatsächlich immer noch Arme oder gar Obdachlose. Der Bezugsrahmen „Armut“ wird in unterschiedlichen Epochen von unterschiedlichen Symbolen ausgefüllt. Vor ein paar tausend Jahren war das Symbol für Armut der Bettelkorb. Und heute?

Das Problem erweitert sich, wenn man annimmt, dass Armut als entsprechendes Symbol einen Korb haben soll, wenn in anderen Kulturen das Symbol „Korb“ möglicherweise mit Reichtum verknüpft ist, weil man Körbe z.B. zum Ernten verwendet. Falls tatsächlich korbähnliche Berge in der Gegend eines Volkes zu Armut führen und in der Gegend eines anderen Volkes Reichtum erzeugen, kann man einfach die gewünschten Symbole nach ihrem jeweiligen kulturellen Kontext verwenden.

Eine Parallele zu diesem Gedankengang sind die mit bestimmten Farben verbundenen Gefühle des kollektiven Unterbewussten. So gilt die Farbe weiss im Westen als Freudenfarbe und im Osten ist sie die Farbe des Trauers. Chinesen verwenden als Freudenfarbe eher rot. Gleich ist bei beiden Kulturen die Wirkung der Farbe auf die Physik des Organismus selbst. Unterschiedlich ist die Konnotation mit unterschiedlichen Gefühlen aufgrund kultureller Eigenheiten. Genutzt werden können beide. Möglicherweise verstärkt sich die Stärke des Feldes gegenseitig.

Eine klassische Form eines Reichtum erzeugenden Berges ist in beiden Kulturen die Form einer Truhe oder Schatzkiste.kollektive Unterbewusste

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