Die Macht der Zyklen

Zyklen als  Ausdruck der Wandlungen

Was haben Luftballons, das Weltreich Alexanders des Großen und die Reichsmark 1914-1923 gemeinsam?

Sie wurden zu schnell gross. Das verbindende Element wurde jeweils zu schnell zu stark beansprucht. Es musste reissen. Die Zerstörung folgte auf dem Fuß.

  • Bei einem Luftballon ist dessen maximale Grösse durch die Dehnbarkeit seiner Haut oder Membran gegeben und der Menge an Luft die man reinpumpt.
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  • Mit Alexanders Tod verschied das bindende Moment seines Weltreiches, das rein auf seinem militärischem Erfolg beruhte. Es war zu gross und dessen Völker zu vielgestaltig um zusammen zu halten. Dieses grösste in der Menschheitsgeschichte bekannte Weltreich dauerte im Zustand seiner grössten Ausdehnung ganze 5 (in Worten: fünf) Jahre.alexander
  • Die Inflationierung der Deutschen Reichsmark begann verdeckt mit der Aufgabe des Goldstandards anlässlich des Kriegsbeginns 1914 und wurde gross erstens durch die Ausgabe von Kriegsanleihen durch das Deutsche Reich (Wetten auf den Sieg) und zweitens richtig gross durch die Reparationszahlungen an die Alliierten, die zur völligen Ausblutung der verbliebenen deutschen Wirtschaft führte. Folge: am Ende der Inflation mussten 4,2 Billionen Mark für einen goldgedeckten US$ gezahlt werden. Das bindende Element des Geldes ist seine korrekte Menge gegenüber der aufgewendeten Arbeitskraft die in diese Güter fliesst und der dafür aufgewendeten Zeit. Geldwert = Arbeit x Zeit / Geldmenge.Zyklen

An diesen drei Beispielen lässt sich exemplarisch ablesen, dass der jeweilige Mechanismus dem selben Prinzip folgt. Egal welche Anwendung man betrachtet, das Prinzip der Ereignisabfolge ist immer gleich. Die jeweilige Zeitdauer, die zwischen dem Beginn der Katastrophe und dem für alle sichtbaren Resultat liegt kann schwanken, ändert jedoch nichts am Resultat. Ist einmal genug Schaden verursacht dann gibt es kein zurück.

Wir Menschen machen uns gern etwas vor. Noch ein kleines Püstchen in den Luftballon, das verträgt der doch noch! Ja das verträgt er solange bis er platzt und danach gibt es keinen Weg mehr ihn zu flicken.

Grau ist alle Theorie… was bedeutet das für mich konkret?

Sie leben eingebunden in die Sie umgebenden Verhältnisse. Überdehnen Sie Ihre Ansprüche über die von den Verhältnissen vorgegebenen Belastungsgrenzen? Es spricht an sich nichts dagegen sich auszudehnen, besser zu leben und zu erleben. Doch stehen Sie auf einer Grundlage die Sie trägt?
Hier gibt es zwei Bereiche: 1.) die Umstände die Sie beeinflussen können und 2.) die Umstände die von anderen beeinflusst werden, aber Sie betreffen.

Zu 1.):

  • Stellen Sie Ansprüche an Ihre Bezugspersonen die diese nicht erfüllen können oder möchten?
    Welche Möglichkeiten haben Sie?
  • Falls Sie ein Leben auf Pump (Kredit) führen, wie lange braucht es bis Sie wieder frei sind (1914-1918 hiess es „Gold gab ich für Eisen, was geben Sie heute für Ihr Haus, Ihre Urlaubsreise, Ihr Smartphone auf Kredit)?
  • Haben Sie einen „Plan B“ falls es nicht so ausgeht wie Sie dachten?

Zu 2.)

  • In welchem Abschnitt der Entwicklung befindet sich Ihre Umwelt? Leben Sie in der Mitte einer stabilen Staatsordnung wie der chinesischen Zhou-Dynastie (Dauer: ca. 850 Jahre), oder eher in einem unnatürlich zusammengepressten Konstrukt wie Alexanders Weltreich wo nichts zusammen passt und alles passend gemacht werden muss bis zur korrekten Bananenkrümmungsverordnung? Haben Sie Ihren Partner so weit und so lang geprüft dass Sie gewillt sind ihm auch dann Vetrauen zu schenken wenn die Sonne einmal nicht scheint? Es liegt nicht alles an Ihnen, Ihre Umwelt ist genauso wichtig.
  • Wie teuer ist Ihre Arbeit gemessen an der Arbeitszeit und -kraft die Sie leisten müssen um sich z.B. ein Stück Butter zu kaufen oder einen Quadratmeter Wohnung zu mieten? Ist Ihre Arbeitskraft (in Währung) noch so viel Wert wie vor 20 Jahren?
  • In welche Richtung entwickeln sich die äusseren Umstände? hat es in der Geschichte bereits vergleichbare Situationen gegeben und wie gingen diese aus?

Das I Ging warnt immer und immer wieder vor dem Trugschluss der Dauer. Schlechte Zeiten vergehen ebenso wie Gute. Jedes Ding hat seine Dauer. Die Dauer gliedert sich in Geburt, Wachstum und Blütezeit, Reife und Niedergang und schliesslich Tod. Es ist der Zeck des I Ging zu bestimmen in welcher Phase Sie sich befinden und welches Verhalten angemessen ist, Sinn hat.

Nachtrag 4.6.2016: hier ein Artikel der die Natur der Zyklen illustriert.

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