Wahrnehmungspsychologie am Beispiel des Swissotel Basel

Wahrnehmungspsychologie und Feng Shui?
Wahrnehmungspsychologisch und räumlich-physikalisch besitzt das Swissotel an der Basler Messe ein sehr gutes Foyer. Verbindet man die Wahrnehmungspsychologie mit den physikalischen Eigenschaften eines Raumes, eines Gebäudes oder einer Landschaft, dann gelangt man zum Überbegriff des Feng Shui.

Das grosszügige Foyer des Swissotel Messe Basel

Wahrnehmungspsychologie oder: das Steinzeithirn ist immer aktiv

Warum ist das Feng Shui des Foyers des Swissotel Basel so gut? Der menschliche Geist besitzt mehrere Ebenen. Stark vereinfacht haben wir ein Denkhirn und ein Instinkthirn (Steinzeithirn). Das Denkhirm geht jede Nacht schlafen, das Instinkthirn schläft nie. Obwohl das Bewusstsein primär durch das Denkhirn wahrgenommen wird, ist das Instinkthirn dennoch wesentlich stärker. Die Aufgabe des Instinkthirns ist es, die Umgebung nach potentiellen Gefahren abzusuchen und das Denkhirn zu warnen. Das tut es jedoch nicht durch Gedanken, sondern durch Gefühle, die über Hormonausschüttungen gesteuert werden. Kurz: wenn man sich wohlfühlt, dann sieht das Instinkthirn keine direkte potentielle Gefahr, man fühlt sich wohl.
Was hat das nun mit dem Foyer des Swissotel Basel zu tun? Ganz einfach: man kommt herein und sieht erstmal eine gut beleuchtete und relativ grosse offene Fläche. Jeglicher potentielle Angreifer wäre hier sehr gut auszumachen und es gäbe im Ernstfall genügend Fläche zum ausweichen. Es gibt keine Deckung aus der ein Hinterhalt gelegt werden könnte. Solche Dinge interessieren das Instinkthirn zuallererst.
Als nächstes interessiert das Instinkthirn wo es lang geht. Und da gibt es nach einer angenehm grossen Pufferzone einen prominenten Pfeiler, auf dem der Blick als erstes Halt findet. Links davon befinden sich zwei weitere Pfeiler, welche den Blick in eine nützliche Richtung weiterführen, dort befindet sich nämlich die Rezeption. Das Instinkthirn ist jetzt zufrieden, denn es hat seine beiden wichtigsten Aufgaben (Gefahrenabwehr und Orientierung) bequem und ohne Aufwand lösen können. Ist das Instinkthirn zufrieden, dann werden Entspannungshormone ins Blut abgegeben, das Unterbewusstsein signalisiert: „Alles OK!“.

Von der anderen Seite betrachtet

Aus Sicht der Lounge wendet sich die Bedeutung der drei Pfeiler von der orientierungsgebenden Funktion hin zu einer schutzgebenden.

Die Lounge des Swissotel Basel

Passend akzentuiert wird dieser Effekt durch die geschickte Anordnung von kleinen Tischen und Blumenarrangements. Auch hier findet das Instinkthirn dass alles gut ist, weil jeder potentielle Angreifer durch die eben beschriebenen Hindernisse soweit verlangsamt würde, dass Zeit bleibt sich für die Verteidigung parat zu machen. In Sachen Orientierung sind der Ausgang und die Rezeption sehr gut erkennbar. Also auch hier ist der Wohlfühlfaktor gesichert.

General Manager Swissotel Basel Brigitte Fritz